IVF (In-vitro-Fertilisation) wird auch als „künstliche Befruchtung“ bezeichnet und beinhaltet die Befruchtung außerhalb des Körpers in einem Labor.
Etwa 2-3 Prozent der in Deutschland geborenen Babys sind durch eine IVF (In-vitro-Fertilisation) entstanden. Wenn du Schwierigkeiten hast, auf natürliche Weise schwanger zu werden und dich einer Behandlung unterziehst, wird zunächst eine Untersuchung durchgeführt, um den Grund für das Ausbleiben einer Schwangerschaft festzustellen. Es wird oft empfohlen, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn du nach einem Jahr erfolglosen Versuchen keine Schwangerschaft erreicht hast, obwohl dies auch länger dauern kann. Nach einem Jahr wird jedoch eine Untersuchung empfohlen, bei der zum Beispiel festgestellt werden kann, ob eine Eileiterverletzung vorliegt oder ob Endometriose die Schwangerschaft erschwert. Manchmal werden zugrunde liegende Erkrankungen der Frau oder des Mannes erkannt, die medikamentös behandelt werden können, um die Fruchtbarkeit zu verbessern. In einigen Fällen können auch Beeinträchtigungen der Spermien- oder Eizellenfunktion die Ursache sein. Oder als gleichgeschlechtliches Paar oder Alleinstehende hast du möglicherweise keinen Zugang zu Sperma. In solchen Fällen sind Eizell- oder Samenspenden möglich.
Manchmal ist es jedoch nicht möglich, eine konkrete Ursache für die unfreiwillige Kinderlosigkeit festzustellen.
In Deutschland beteiligt sich die gesetzliche Krankenversicherung unter bestimmten Voraussetzungen an den Kosten einer IVF-Behandlung. Das Paar muss verheiratet sein, die Frau zwischen 25 und 40 Jahren und der Mann zwischen 25 und 50 Jahren alt sein. Vor der Behandlung muss die Unfruchtbarkeit ärztlich diagnostiziert worden sein. Zudem muss das Paar eine ärztliche Bestätigung erhalten, dass die Behandlung im individuellen Fall Aussicht auf Erfolg hat. Es dürfen nur die Ei- und Samenzellen des Paares verwendet werden, und vor der Behandlung muss eine medizinische oder psychosoziale Beratung stattgefunden haben. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt Zuschüsse für bis zu drei IVF-Versuche. Private Krankenversicherungen übernehmen oft die gesamten Kosten für eine Kinderwunschbehandlung, wenn die Kinderlosigkeit des Paares auf der privatversicherten Person basiert. Anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung muss das Paar häufig nicht verheiratet sein. Diese Angaben können jedoch variieren. Wenn du bereits ein Kind bekommen hast, hast du erneut Anspruch auf Zuschüsse der Krankenversicherung für eine Kinderwunschbehandlung.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine IVF durchzuführen. Ein Behandlungs- und Kostenplan wird nach einer individuellen ärztlichen Untersuchung erstellt und bei der Krankenversicherung eingereicht. Möglicherweise musst du Medikamente einnehmen, die deinen Körper in einen menopausenähnlichen Zustand versetzen, bevor du anschließend Medikamente einnimmst, die die Eizellen stimulieren. Auch während deines natürlichen Zyklus musst du möglicherweise Medikamente einnehmen, die die Eizellen stimulieren, während gleichzeitig andere Medikamente den Eisprung verhindern. Auf beiden Wegen soll die Bildung möglichst vieler Eizellen angeregt werden. Wenn ausreichend Eizellen gebildet sind, wirst du mit weiteren Medikamenten behandelt, um das Reifen der Eizellen zu fördern, und einige Tage später werden die Eizellen entnommen. Diese können dann befruchtet werden, indem die Spermien selbst in die Eizelle schwimmen. Wenn die Spermien in geringer Zahl oder schlechter Qualität vorliegen und nicht in der Lage sind, die Eizelle von selbst zu befruchten, kann den Spermien im Labor geholfen werden. Manchmal ist kein Sperma in der Samenflüssigkeit vorhanden, und es wird dann untersucht, ob sich Spermien im Hoden oder in den Nebenhoden befinden und ob eine Entnahme direkt dort möglich ist.
Nachdem die Eizellen im Labor mit den Spermien in Kontakt gekommen sind, müssen sie sich einige Tage lang zu Embryonen entwickeln. Das Laborpersonal überwacht die Zellteilung und prüft, ob sie normal verläuft. Nach etwa 5-6 Tagen werden die Embryonen, die sich normal entwickelt haben, wieder in die Gebärmutter eingesetzt. Häufig wird nur ein Embryo übertragen, um das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft zu minimieren. Ein Transfer von zwei Embryonen erfolgt nur in Ausnahmefällen. Bleiben Embryonen übrig, werden sie möglicherweise eingefroren, um sie für zukünftige Versuche zu verwenden.
Der Embryotransfer erfolgt durch eine kurze Prozedur, bei der der Embryo mithilfe eines dünnen Kunststoffschlauchs in die Gebärmutter eingeführt wird. Der Arzt oder die Ärztin kontrolliert während des Verfahrens mit Ultraschall, ob der Embryo an der richtigen Stelle landet. Etwa zwei Wochen nach dem Transfer kannst du einen Schwangerschaftstest machen. Wenn der Test positiv ist, wirst du in der Regel etwa drei Wochen später erneut in die IVF-Klinik gehen, um einen vaginalen Ultraschall durchzuführen und zu überprüfen, ob die Schwangerschaft gut verläuft. Du kannst selbst entscheiden, wann du die Geburtsklinik kontaktierst, in der du die weitere Schwangerschaft betreuen lassen möchtest. Bitte bringe die Unterlagen, die du von der IVF-Klinik erhältst, zur Anmeldung mit.
Es kann eine emotionale Achterbahnfahrt sein, sich einer Fruchtbarkeitsuntersuchungen und Behandlungen zu unterziehen. Hoffnung und Verzweiflung können sich dabei immer wieder gegenseitig ablösen. Manche wollen nach einem negativen Schwangerschaftstest eine Pause einlegen und einmal Luft holen, während andere es gleich noch einmal versuchen wollen. Emotionale und psychische Unterstützung kannst du bei entsprechenden Beratungsstellen, Psychotherapeut:innen oder Psycholog:innen anfragen.