Viele werdende Mütter befürchten, dass Herpesausbrüche während und nach der Schwangerschaft problematisch sein könnten. In diesem Artikel gehen wir auf alles ein, was du über Herpes genitalis und Genitalherpes in der Schwangerschaft wissen musst.
Was ist Herpes?
Herpes wird durch das Herpes-simplex-Virus verursacht und es gibt zwei Typen: Herpes simplex Typ 1 (HSV-1) und Typ 2 (HSV-2). HSV-1 tritt am häufigsten an den Lippen auf, während HSV-2 vor allem als Herpes genitalis oder Scheidenherpes vorkommt. Allerdings kann auch HSV-1 im Intimbereich auftreten, was zu Herpes genitalis führt. Die Symptome eines Herpesausbruchs variieren. Bei einigen Betroffenen treten nur leichte Symptome wie Kribbeln, Juckreiz und vermehrter Ausfluss auf, während andere mit Bläschen, Läsionen, Fieber, geschwollenen Lymphknoten und/oder weiteren Symptomen kämpfen. Das Krankheitsbild ist meist am schlimmsten bei einer Erstinfektion, doch es kann auch zu Rezidivinfektionen kommen. Das Virus bleibt zwischen den Ausbrüchen im Körper inaktiv. Rückfälle treten oft auf, wenn das Immunsystem geschwächt ist, etwa bei einer Erkältung oder während der Schwangerschaft. Herpesausbrüche werden nicht immer bemerkt, was die Diagnostik erschweren kann.
Wie häufig ist Herpes bei Schwangeren?
Etwa 70 % der schwangeren Frauen in Schweden hatten HSV-1 (meistens an den Lippen) und rund 15-30 % hatten HSV-2 (Herpes genitalis). Allerdings wissen nur etwa 20 % dieser Frauen, dass sie eine Herpesinfektion hatten. Das Symptombild unterscheidet sich nicht während der Schwangerschaft, jedoch kann es während dieser Zeit häufiger zu Herpesausbrüchen kommen. Herpes in der Frühschwangerschaft kann besonders besorgniserregend sein, da es das Risiko für Komplikationen wie Abort oder Frühgeburt erhöhen kann.
Wie ansteckend ist Herpes?
Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit dem Virus bis zum Auftreten der ersten Symptome, liegt zwischen 1 und 7 Tagen. Herpes genitalis wird durch den Kontakt mit Schleimhäuten oder geschädigter Haut über die Flüssigkeit übertragen, die in den Wunden oder Blasen enthalten ist. Das Übertragungsrisiko ist am höchsten, wenn die infizierte Person das Virus zum ersten Mal hat. Auch nach Abheilen der Bläschen oder Läsionen kannst du dich noch mehrere Wochen anstecken, da die Virusausscheidung fortbestehen kann. Herpes wird durch Wasser, Reinigungsmittel, Desinfektionsmittel und Trockenheit zerstört.
Was sind die Risiken für das Kind?
Es ist sehr selten, dass sich der Fötus im Mutterleib mit Herpes infiziert (intrauterine Infektion), jedoch besteht ein deutlich höheres Risiko, dass sich das Baby während der vaginalen Entbindung oder in den ersten Lebenswochen ansteckt, wenn die Mutter zu diesem Zeitpunkt Herpes hat. Das Risiko einer Ansteckung ist bei einer Erstinfektion höher und bei Rezidivinfektionen deutlich geringer. Bei einer wiederkehrenden Infektion hat das Kind bereits Zeit, Antikörper von der Mutter zu erhalten, und die Virusmenge ist in der Regel viel geringer. Falls sich das Neugeborene mit Herpes infiziert (neonatale Herpesinfektion), können die Symptome variieren – von leichten Beschwerden wie Bläschen oder Augenproblemen bis hin zu schweren Erkrankungen wie Gehirnentzündungen (was jedoch sehr selten ist).
Tipps zur Prävention und Behandlung, um die Ansteckung des Kindes zu verhindern:
Während der Schwangerschaft: Es ist wichtig, dass du deinem Frauenarzt mitteilst, wenn du Herpes genitalis hast. Antivirale Medikamente wie Aciclovir können zur Therapie eingesetzt werden, falls du während der Schwangerschaft wiederkehrend Herpes bekommst. Aciclovir in der Schwangerschaft gilt als sicher und kann das Risiko von Komplikationen reduzieren. Wenn du kurz vor der Geburt Bläschen im Genitalbereich entwickelst, kann ein Kaiserschnitt erforderlich sein, um eine Übertragung während der vaginalen Entbindung zu vermeiden. Eine präventive Behandlung kann sinnvoll sein, wenn das Risiko eines Ausbruchs kurz vor der Geburt hoch ist, insbesondere bei einem Blasensprung.
Nach der Geburt: Wenn die Mutter nach der Geburt eine Primärinfektion bekommt, ist es wichtig, antivirale Medikamente einzunehmen, um den Ausbruch einzudämmen. Achte zudem auf eine gute Händehygiene, vermeide es, das Baby zu küssen, und verwende eigene Handtücher. Enger Kontakt mit anderen Schwangeren oder Säuglingen sollte vermieden werden. Bei einer Rezidivinfektion ist das Infektionsrisiko für das Baby sehr gering. Solange jedoch Bläschen oder nässende Läsionen vorhanden sind, sollten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie bei einer Primärinfektion getroffen werden. Dieselben Verhaltensregeln gelten für andere Haushaltsmitglieder, die eine Herpesinfektion haben, sei es Herpes genitalis, Herpes am After oder Penis-Herpes.
Kann ich stillen, wenn ich einen Herpesausbruch habe?
Ja, Stillen ist in Ordnung, solange sich keine Bläschen an den Brüsten gebildet haben. Bei Herpes nach der Geburt sollten jedoch besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, um eine Übertragung auf das Neugeborene zu verhindern.
Abschließend ist es wichtig zu betonen, dass eine gute Kommunikation mit dem medizinischen Personal während der Schwangerschaft und Geburt entscheidend ist. Informiere dein Ärzteteam über deine Herpes-Geschichte, damit sie die bestmögliche Behandlung und Prävention für dich und dein Baby planen können. Mit der richtigen Vorsorge und Behandlung können die Risiken von Herpes genitalis in der Schwangerschaft effektiv minimiert werden.