Was habe ich mit meiner ganzen Zeit gemacht, bevor ich Kinder hatte? Diese Frage stellt sich wahrscheinlich jeder einzelne Elternteil. Plötzlich lebt man ein Leben, in dem die Bedürfnisse der Kinder eine hohe Priorität haben – und die eigenen oft hinten anstehen. Wenn du das Gefühl hast, dass du aus dem Gleichgewicht geraten bist, kann es hilfreich sein, gezielt nach Wegen zu suchen, um wieder eine Balance im Leben als Mutter zu finden. In diesem Artikel zeigt dir die holistische Coachin Lina, wie du Schritt für Schritt zu mehr innerer Balance und Resilienz findest – und deine Lebensqualität spürbar verbesserst.
1. Bewusstsein schaffen durch Reflexion
Der erste Schritt, um Balance im Leben zu finden und eine langfristige Veränderung herbeizuführen, beinhaltet das Bewusstsein dafür, wie du in der gegenwärtigen Situation lebst. Womit bist du zufrieden und was möchtest du ändern? Diese Reflexion ist der Grundstein für deine persönliche Entwicklung und kann dein Selbstbewusstsein stärken.
Als Übung kannst du verschiedene Bereiche deines Lebens beleuchten und beschreiben. Zum Beispiel Bereiche wie körperliche Gesundheit, psychische Gesundheit, Karriere, Familienleben, Erholung, Wohnen und Beziehungen. Praktisch ist es, Zettel und Stift zur Hand zu nehmen oder ein Tagebuch zu führen, damit du dir ein klares Bild von allen Bereichen deines Lebens machen kannst. Denke darüber nach und notiere, womit du in den einzelnen Bereichen zufrieden bist und womit du dich gerade nicht wohl fühlst. Du hast vielleicht nicht die Möglichkeit, direkt alles zu ändern, was du willst – aber was ist am wichtigsten, um ein Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Bereichen deines Lebens zu finden? Diese Übung fördert deine Achtsamkeit und hilft dir, deine Prioritäten zu setzen.
2. Den richtigen Fokus setzen und Motivation finden
Viele von uns, nicht zuletzt Eltern, tragen in ihrem täglichen Leben viele Sorgen mit sich. All diese Sorgen neigen dazu, uns Energie zu rauben und unser Energielevel zu senken. Ein Versuch, deine Sorgen loszulassen, könnte darin bestehen, innezuhalten und dich zu fragen, ob die Sorge etwas ist, das du beeinflussen kannst? Wenn du merkst, dass es hier um unnötige Sorgen geht, die du eigentlich nicht beeinflussen kannst – versuche die Umstände zu akzeptieren und Gelassenheit zu entwickeln. Dann überlege dir, was du in deinem Leben beeinflussen kannst und was dir Energie gibt. Schreib es auf!
Vielleicht speicherst du dir deine Notizen als Bildschirmhintergrund auf deinem Handy oder du hängst sie als ständige Erinnerung an die Wohnungstür. Diese positive Fokussierung kann deine Motivation stärken und dir helfen, dich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Positive Affirmationen können dabei ein hilfreiches Werkzeug sein, um dein Selbstvertrauen zu stärken und deine Ziele im Blick zu behalten.
3. Gute Gewohnheiten etablieren
Ist dir mal aufgefallen, dass, wenn du dich bewusst für eine Gewohnheit entscheidest, die du willst, und sie wiederholst, sich innerhalb kürzester Zeit ein Automatismus einstellt? Dies ist der Schlüssel zur Etablierung und Aufrechterhaltung von positiven Gewohnheiten. Ebenso ist es die Wiederholung eines Verhaltens, das zu „schlechten“ Gewohnheiten führt, die sich nur schwer brechen lassen.
Denke darüber nach, ob es gesunde Gewohnheiten gibt, die du in deinem Leben schaffen möchtest, aber auch, ob es Gewohnheiten gibt, die du loswerden möchtest. Vielleicht kannst du sogar eine schlechte Gewohnheit durch eine gute ersetzen? Etwa nicht mehr jeden Abend auf dem Smartphone zu scrollen, sondern stattdessen ein Buch zu lesen oder eine kurze Atemübung zu machen. Abends nicht mehr den Kindern hinterherzuräumen und stattdessen die Unordnung zu akzeptieren und spazieren zu gehen? Diese kleinen Schritte in Richtung guter Gewohnheiten können einen großen Unterschied in deinem Alltag machen.
Um Gewohnheiten aufzubauen, kann ein Habit Tracker sehr nützlich sein. Er hilft dir, deine Fortschritte zu visualisieren und motiviert dich, dranzubleiben. Denk daran, dass jeder kleine Erfolg zählt und zur kontinuierlichen Entwicklung beiträgt.
4. Übung macht den Meister – Erholung und Entspannung üben
Was Erholung ausmacht, ist sehr individuell und wovon du dich am meisten erholt fühlst, weißt nur du. Im Allgemeinen wird Erholung als etwas beschrieben, das einen „einfach sein“ lässt. Einfach nur zu sein mag sich, wenn man kleine Kinder hat, nahezu unmöglich anfühlen, aber letztlich ist auch das nur eine Gewöhnungssache und eine Wiederholung von etwas, das du dir in deinem Leben wünschst und das bald zur Gewohnheit werden kann.
Versuche daher, etwas anderes zu tun als das, was du normalerweise tust, wenn die Kinder abends eingeschlafen sind. Vielleicht Kerzen anzünden, beruhigende Musik auflegen und auf der Couch zur Ruhe kommen? Oder wie wäre es mit einer kurzen Meditation oder Atemübung, um deinen Geist zu beruhigen? Je mehr du dich darin übst, dich zu erholen und zu entspannen, desto präsenter wirst du dich vermutlich im Alltag fühlen.
Diese Selbstfürsorge ist ein wichtiger Aspekt deiner persönlichen Entwicklung und hilft dir, deine innere Balance zu finden. Denk auch daran, dass Kreativität und Hobbys wertvolle Quellen der Entspannung sein können. Ob Malen, Gärtnern oder Musizieren – finde etwas, das dir Freude bereitet und dich aus dem Alltagstrott herausholt.
5. Mit realistischen Zielen Balance im Leben schaffen
Denk dran, sanft zu dir selbst zu sein und Selbstmitgefühl zu üben, wenn du dein Leben auf Gewohnheiten überprüfst, die du dir wünschst. Der Tag hat nur 24 Stunden (schon klar, mit Kindern fühlt er sich kürzer an) und das Nötigste muss an erster Stelle stehen. Selbst wenn ein Workout pro Woche vor ein paar Jahren das absolute Minimum gewesen ist, ist es vielleicht jetzt genau das richtige Trainingspensum?
Es ist gesund, nach einer guten Balance im Leben zu streben. Vor allem, wenn man gerade Mutter geworden ist, denn Mütter sind Expertinnen darin, uns für unsere Kinder wegzupriorisieren. Gleichzeitig wissen wir alle, dass eine glückliche Mutter eine gute Mutter ist! Wenn du also das Gefühl hast, dass es Zeit für Veränderungen ist und du dich selbst auch mal an erste Stelle setzen willst, denke daran, dass du dir keine himmelhohen Ziele stecken musst. Es ist wahrscheinlich gesünder, die Anforderungen an sich selbst zu senken und Wertschätzung in kleinen Dingen zu finden.
Effektives Zeitmanagement kann dir dabei helfen, diese Balance zu erreichen. Die Pomodoro-Technik kann beispielsweise deine Konzentration und Produktivität steigern, indem du fokussierte Arbeitsintervalle mit kurzen Pausen abwechselst. Eine gute Wochen- und Tagesplanung hilft dir, Prioritäten zu setzen und Zeit für dich selbst einzuplanen.
Indem du realistische Ziele setzt und kleine Schritte planst, kannst du kontinuierlich an deiner persönlichen Entwicklung arbeiten, ohne dich zu überfordern. Vergiss nicht, auch langfristige Ziele im Auge zu behalten – sie geben dir Orientierung und motivieren dich, weiterzumachen.
Denk auch daran, dass du nicht alles alleine bewältigen musst. Suche dir Unterstützung in deiner Gemeinschaft, sei es Familie, Freunde oder andere Mütter. Gemeinsam könnt ihr voneinander lernen, euch gegenseitig motivieren und Erfahrungen austauschen.
Schließlich ist es wichtig, Grenzen zu setzen und „Nein“ sagen zu lernen. Das mag anfangs schwierig sein, ist aber ein wesentlicher Bestandteil der Eigenverantwortung und hilft dir, deine Energie für die wirklich wichtigen Dinge zu bewahren.
Denk daran: Jeder kleine Fortschritt ist ein Schritt in Richtung eines ausgeglicheneren und erfüllteren Lebens als Mutter. Mit der richtigen Einstellung, etwas Geduld und der Bereitschaft, neue positive Gewohnheiten zu entwickeln, kannst du deine Zufriedenheit steigern und eine bessere Work-Life-Balance erreichen. Ob es darum geht, mehr Sport zu treiben, achtsamer zu essen, oder einfach mehr Zeit für dich selbst zu finden – jede kleine Veränderung kann einen großen Unterschied machen.