1 von 4 Schwangerschaften endet in einer Fehlgeburt. Die Tatsache, dass es viele betrifft, ändert jedoch nichts daran, dass es für die Betroffenen ein schreckliches, trauriges und traumatisches Erlebnis sein kann. Emotionen müssen verarbeitet werden und das kann einige Zeit dauern. Möchtest du eine Freundin unterstützen, die eine Fehlgeburt erlitten hat? Gut, sie braucht dich!
Eine Fehlgeburt ist ein schwerwiegender Verlust während der Schwangerschaft. Deine Freundin hat nicht nur ihre Schwangerschaft verloren, sondern auch ein Kind und eine ganze Zukunft. Für einige ist es einfach, einen neuen Fokus zu setzen und das Geschehene loszulassen, aber für andere werden hoffnungsvolle Zukunftsträume abrupt durch Angst, Zweifel, Schuldgefühle und Einsamkeit ersetzt. Im Folgenden haben wir einige Tipps für dich zusammengestellt, wie du deiner Freundin eine wertvolle Stütze sein und in einer schwierigen Lebensphase helfen kannst. Sie wird dich brauchen, um die Fehlgeburt zu verarbeiten und mit diesem Verlust umzugehen.
Häufige Gefühle einer Person, die eine Fehlgeburt erlitten hat
Es ist wichtig zu wissen, dass deine Freundin wahrscheinlich einen Sturm von Emotionen in sich trägt. Diese können sich im Laufe der Zeit ändern, kommen und gehen. Vom Gefühl, dass alles gut wird, bis hin zur tiefen Trauer. Was wir fühlen und wie wir reagieren, ist individuell. Dennoch gibt es einige häufige Gefühle, die nach einer Fehlgeburt auftreten können. Viele Frauen fragen sich: „Wie fühlt sich eine Fehlgeburt an?“ Die Antwort darauf kann sehr unterschiedlich sein:
- Trauer
- Gleichgültigkeit
- Schock
- Erleichterung
- Schuld
- Ungeduld
- Angst
- Wut
- Einsamkeit
Zuhören, Empathie und Bestätigung zeigen
Zeigt deine Freundin deutlich, welche Unterstützung sie von dir braucht? Super! Nimm es dankbar an und versuche, so für sie da zu sein, wie sie es möchte. Meistens ist es jedoch das Gegenteil der Fall, da es oft schwerfällt, zu wissen und zu formulieren, welche Hilfe nach Fehlgeburt wirklich hilfreich ist. Versuche, ihr zu folgen, während sie versucht zu beschreiben, was sie braucht. Es ist jetzt deine Aufgabe, ihr das Gefühl zu geben, geborgen, gesehen und verstanden zu werden.
Konkret kannst du Folgendes tun:
- Sag ihr, dass du immer für sie da bist, wenn sie dich braucht.
- Frag sie, ob sie weiß, welche Unterstützung sie von dir braucht.
- Höre ihr aufmerksam zu – besonders, wenn sie reden will.
- Frag regelmäßig nach, auch wenn sie sich nicht von sich aus meldet.
- Sag ihr, dass du nichts von ihr erwartest.
- Informiere dich über Selbsthilfegruppen und Hebammenhilfe in eurer Nähe, falls sie professionelle Unterstützung sucht.
Bestätige, dass du verstehst, wie schwierig die Situation für sie ist, indem du zum Beispiel sagst:
„Es tut mir leid, dass dir das passiert ist.“ „Ich weiß, wie viel dir dieses Kind bedeutet hat.“ „Ich vermute, dir geht es gerade sehr schlecht.“ „Ich bin hier, um dir zu helfen, die Fehlgeburt zu verarbeiten.“
Fallstricke
Es ist nicht einfach, einer Person beizustehen, die leidet. Du möchtest sie sicherlich sowohl aufmuntern als auch vor Dingen schützen, die deiner Meinung nach zu viel für sie sein könnten. Doch gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Wenn du zum Beispiel deine Freundin von Veranstaltungen mit Kindern oder Schwangeren fernhalten willst, etwa von einer Babyparty oder einem Abendessen, dann kannst du ihr versehentlich das Gefühl geben, ausgeschlossen zu werden. Zwar lösen solche Treffen vermutlich schmerzhafte Gefühle bei ihr aus, aber noch schlimmer ist es, sich aufgrund der schwierigen Situation außen vor zu fühlen. Lade sie stattdessen weiterhin ein, aber sage ihr, dass du verstehst, wie schwer es für sie sein könnte, und dass sie selbst entscheiden kann, ob sie kommen möchte.
Oft neigen wir auch dazu, Menschen, denen es schlecht geht, aufzumuntern, zum Beispiel mit der Bemerkung, dass eine Fehlgeburt auch positive Seiten haben könnte. Davon würden wir abraten. Für die betroffene Person gibt es nichts Positives an der Situation, und die gut gemeinte Aufmunterung könnte so wirken, als ob du die Schwere ihrer Situation nicht verstehst. Es ist wichtig zu lernen, wie man mit einer Fehlgeburt umgeht, sowohl für die Betroffenen selbst als auch für diejenigen, die ihnen beistehen.
Vermeide es, zum Beispiel Folgendes zu sagen:
- Fehlgeburten kommen häufig vor, kein Grund zur Sorge.
- Es sollte einfach nicht so sein.
- Es ist doch gut, jetzt weißt du auf jeden Fall, dass du schwanger werden kannst.
- Das Kind hatte bestimmt einen Fehler.
- Wie gut, dass es jetzt passiert ist und nicht später in der Schwangerschaft.
- Es ist ja kein Weltuntergang, schließlich hast du schon x Kinder.
Jemandem beizustehen, der eine Fehlgeburt durchmacht, ist schwer und emotional herausfordernd. Doch versuche dich daran zu erinnern, dass die Gefühle deiner Freundin im Mittelpunkt stehen und dass sie genauso sein dürfen, wie sie sind. Sei geduldig und lass sie in ihrem eigenen Tempo trauern. Bedenke auch, dass es verschiedene Ursachen für eine Fehlgeburt geben kann, wie hormonelle Störungen oder Infektionen, und dass das Fehlgeburtsrisiko von verschiedenen Faktoren abhängt. Eine erneute Schwangerschaft nach einer Fehlgeburt kann ebenfalls Ängste auslösen, sei also auch in dieser Phase für deine Freundin da.
Wenn du mit Liss in Kontakt treten möchtest, bietet sie ein kostenloses Erstgespräch an. Mehr Infos findest du auf ihrer Website. Zusätzlich kann eine Psychotherapie oder Beratung durch eine Hebamme hilfreich sein, um den Verlust zu verarbeiten und mit der Situation umzugehen.